Zur Stärkung der Lehrerpersönlichkeit: Erster Niederbayerischer Gesundheitskongress der KEG – 150 Pädagogen "entschleunigten" am Buß- und Bettag

Plattling. Das gab es in dieser Form noch nie: Am schulfreien Buß- und Bettag hatte der Niederbayerische Gesundheitskongress der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) Premiere in der Aula der Grundschule. Rektor und KEG-Bezirksvorsitzender Erwin Müller freute sich über die rund 150 Lehrkräfte und Pädagogen, die sich an dem neuen Weiterbildungsformat des katholischen Berufsverbandes beteiligt haben. "Es soll ein Tag für uns Lehrkräfte und Pädagogen sein zur Stärkung der Lehrerpersönlichkeit", betonte Müller.

Innovatives Konzept für die Weiterbildung

Das einzige Handwerkszeug des Lehrers sei nicht der Ordner oder die Materialkiste, sondern die eigene Persönlichkeit. Sie entscheide über Erfolg oder Misserfolg vor der Schulklasse. Im Zentrum des neuen Gesundheitskongresses stehen wissenschaftlich fundierte und auch praktische Ansätze zur nachhaltigen Persönlichkeitsstärkung des Pädagogen. Mit diesem innovativen Konzept gehe die KEG jetzt neue Wege und wage gezielte Weiterbildungsexperimente, zum Beispiel durch Einbeziehung von zertifizierten Coaching-Experten. 3. Bürgermeister Franz Geisberger wünschte einen "schönen Guten Morgen zu dieser lockeren und schönen und lustigen Veranstaltung". Das Thema Gesundheit sei grundsätzlich sehr wichtig. Denn man müsse in unserer schnelllebigen Gesellschaft hin und wieder dem Termindruck, der einem im Nacken sitze, trotzen und entschleunigen. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler lobte in seinem Grußwort die KEG dafür, dass sie ihrem Anspruch, über die einzelnen Bildungseinrichtungen und Schularten hinweg zusammenzuarbeiten, immer besser gerecht werde. Vertreten war sowohl Kindergärten als auch Grund- und Mittelschulen. An den Schnittstellen dieser Einrichtungen bestehe häufig noch ein zu verbessernder Koordinierungsbedarf. Die Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer seien heute vielfältiger, schwierige, komplizierter und anspruchsvoller geworden.

Die richtige Antwort auf diese Entwicklung sei das gezielte Setzen von Schwerpunkten in jedem Schuljahr. Denn niemand könne alle Probleme der Welt sofort und unmittelbar lösen. Man müsse auch einmal überlegt und durchdacht "Nein" sagen können.

Der in Eggenfelden geborene Festredner Stefan Schmid aus Geratzkirchen bei Altötting gab Einblicke in sein Coaching-Konzept, das unter anderem auch von Großunternehmen wie Siemens, Edscha oder Bofrost nachgefragt werde. Im Mittelpunkt seines mit viel Humor gewürzten Vortrags standen die Stärkung der eigenen Persönlichkeit, des Selbstwertes und der persönlichen Weiterentwicklung. Um dieses Ziel erfolgreich erreichen zu können, habe er einen eigenen Beratungsansatz erarbeitet.

Zurückgreifen auf die eigenen Ressourcen

Jeder müsse im Kern auf die ihm jeweils eigenen Ressourcen zurückgreifen. Der Selbstwert speise sich aus den Quellen Selbstakzeptanz, Selbstbestimmung, Selbstberuhigung und Selbstmotivierung. Aus einem ängstlichen Menschen könne beispielsweise kein guter Sicherheitsexperte werden, weil die vorhandenen Ressourcen nicht passen.

Nach den vielen Wortbeiträgen wurde es betont rhythmisch-praktisch. Alle Teilnehmer nutzten den eigenen Körper zu einer Body Percussion Performance unter der kompetenten Anleitung von Musiklehrerin Karin Schneider. Body Percussion ist die Klangerzeugung mit Hilfe von Händen, Füßen und Fingern. Durch Klatschen und Klopfen mit den Händen oder durch Stampfen mit dem Fuß werden gemeinschaftlich Klänge erzeugt. Das soll die ganzheitliche Erfahrung von Rhythmus in Körper, Gefühl, Geist und Intellekt fördern. Die Teilnehmer hatten daran sichtlich Spaß. Musikalisch umrahmt wurde der Kongressvormittag mit Kaffeehausmusik und mehreren folkloristischen Stücken des Instrumental-Trios aus Ursula Weyreuter an der Blockflöte sowie Michael und Karin Schneider an Gitarre und Violine.

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer zwischen acht parallelen Workshops wählen zu den Themen "Haltung bitte!" (Physiotherapie und Osteopathie), Intelligentes Essen – Doping fürs Hirn, Stimme und Persönlichkeit, Bodypercussion – Ideen für die Auflockerung im Unterricht/ Alltag, "Ihr Auftritt bitte" unter der Anleitung von Persönlichkeits-Coach Stefan Schmid, Nicht "sauer" werden – ausgeglichener Säure-Basis-Haushalt sowie Entspannung durch Yoga und durch Arbeiten mit Ton.

Rektor Erwin Müller machte eine Intensiv-Führung durch die Grundschule Plattling und erläuterte das pädagogische Ganztagskonzept. Ausstellungsstände von Kooperationspartnern der KEG inklusive "Snoezelen-Raum" zum Chillen für Lehrkräfte komplettierten das Kongressprogramm.

Ein Bericht der Plattlinger Zeitung vom 17.11.2016

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