KEG Niederbayern erlebte „Breslau, das kulturelle Zentrum Schlesiens“ und das märchenhafte Riesengebirge

Viertägige Bildungsfahrt, eine Symbiose aus Geschichte, Kultur und  Naturlandschaft

Rektor Erwin Müller, Vorsitzender der KEG Niederbayerns, hatte zur 8. Kultur- und Bildungsfahrt nach Breslau eingeladen, einer Stadt mit  wechselhafter Geschichte und Geburtsort namhafter Persönlichkeiten. 45 Teilnehmer erlebten vier gewinnbringende Tage in froher KEG Gemeinschaft. Nach Abfahrt in Passau am Freitagmittag schlugen die KEG`ler im Hotel Quobus zu sehr später Stunde ihre Zelte auf.

Am Samstagvormittag erkundeten die Niederbayern unter der exzellenten Führung von Roman drei Stunden zu Fuß die geschichtsträchtige Altstadt. Beeindruckt standen alle vor der mächtigen Kirche „Maria Magdalena“ mit ihren zwei Türmen und der Sünderinnen-Brücke. Der Weg führte weiter zum größten Marktplatz Europas, 1242 angelegt mit den gigantischen Maßen 212m auf 172m  mit zwei Hilfsplätzen aus gotischer Zeit, in der Mitte das damalige Rathaus der Hansestadt Breslau. Dann eine weitere architektonische Steigerung: der „Schweidnitzer Keller“ von 1273 mit prächtigen Erkern, Fenstern und Figuren bedeutender Persönlichkeiten, jetzt Rathaus. Fehlen durfte auf der Erkundigungstour nicht das Symbol der Breslauer, ihre „Elisabeth Kirche“, ein historisches und architektonisches Kleinod und größte Kirche Niederschlesiens. Ehrfürchtig verweilten alle an den Denkmälern  von Dietrich Bonhöfer und Angelus Silesius, dem schlesischen Dichter, Medicus und Mystiker. Bewunderung erregte die 171m breite Fassade der weltberühmten Universität, aus der 9 Nobelpreisträger hervorgingen.


Stadtführer Roman erzählte nachdenkliche Details von den über 400 in der Stadt verteilten Zwerge-Skulpturen und die vielen Bronzetafeln, eingelassen in die Bürgersteige der Stadt. Ein Besuch galt auch dem Breslauer Dom, in seiner über tausendjährigen Geschichte vier Mal zerstört und wieder aufgebaut.

Nach dem legendären KEG-Klassiker, einem Drei-Gänge-Menü im Bus, stand eine interessante Rundfahrt durch die Kulturhauptstadt Europas auf dem Programm, wobei unser „FC Bayern-Red-Power-Bus“ immer größtes Aufsehen erregte. Es ging vorbei an prächtigen Brunnen, Wasserspielen und Parkanlagen, am Olympia-Stadion, am Geburtshaus von Edith Stein und an der Klinik, in der Alois Alzheimer wirkte. Ein Foto-Stopp wurde eingelegt an der imposanten Jahrhunderthalle (UNESCO–Weltkulturerbe) mit der 100m hohen Nadel davor. Vor Residenzen und Palästen, Schlössern und Ruinen erzählte der Stadtführer von der wechselvollen Geschichte Breslaus. Vor einem Denkmal einer Mutter mit ihrem erschossenen Sohn im Schoß sparte er die schrecklichen Geschehen zwischen den Russen und Polen, ebenso den Deutschen und Polen nicht aus.

Die KEG Niederbayern wallfahrtete dann zur Heiligen Hedwig nach Trebnitz, der Schutzpatronin Schlesiens und von Andechs. Mit 14 Jahren wurde sie als Herzogin von Schlesien verehelicht, sie gebar in 20 Ehejahren sieben Kinder und trat nach dem Tode ihres Gatten in die von ihr gegründete Zisterzienserinnenabtei Trebnitz ein, wo sie beerdigt ist. An ihrem Sarkophag verweilten viele in persönlichem Gebet. Den erlebnisreichen Tag ließen die Niederbayern in den urigen Gewölben des Schweidnitzer Kellers bei schlesischen Schmankerln und dem süffigen Tyskie-Bier in gemütlicher Runde ausklingen.

Am Sonntag startete der Bus zu einem Ausflug in die beschauliche Welt des „Nationalparks Riesengebirge“ und in die märchenhafte Heimat des Berggeistes Rübezahl. Die Schneekoppe, mit 1603 m die höchste Erhebung des Riesengebirges, grüßte schon von weitem die KEG´ler mit einer weißen Kappe. Nicht alle wagten von der Ortschaft Krummhübel aus, am Fuße des Riesengebirges, wegen des vereisten Weges den Aufstieg zur norwegischen Stabholzkirche Wang. Ein Kleinod von seltener Schönheit. In der nahen Stadt Hirschberg luden die prächtigen Laubengänge um den Marktplatz der Altstadt zu einem Spaziergang zur gotischen Basilika mit wertvollen Epitaphien ein.

Absoluter Höhepunkt der Fahrt ins Riesengebirge war die Friedenskirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Schweidnitz. In den Wirren der Reformation und Gegenreformation gestatteten die Katholiken den Protestanten 1656 den Bau einer eigenen hölzernen Kirche. Bedingungen: Bauzeit 1 Jahr, ohne Grundfeste, ohne Turm, ohne Einweihungsgottesdienst. Auf 3000 Eichenstämmen wurde ein imposanter Bau errichtet mit üppiger Barockausstattung, der 7500 Menschen Platz bietet, davon 3000 Sitzplätze im reich verzierten Kirchenschiff und auf den drei mit Gold ausgeschmückten Emporen rund um die Kirche. Ein einzigartiges Kunstwerk und UNESCO-Weltkulturerbe.

Am Feiertag 1. Mai ging es wieder Richtung Niederbayern mit Zwischen-Stopp in Prag mit Stadtrundfahrt, eventuell als „Generalprobe“ für die Kultur-und Bildungsfahrt im nächsten Jahr.

Text und Fotos: Josef Reischl

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