Katholische Erziehergemeinschaft auf zweieinhalbtägiger Bildungsfahrt in Brünn

KEG Niederbayern erlebt das Zentrum Mährens
Eine Symbiose aus Kultur und Naturlandschaft, Kunst und gelebter Gemeinschaft

Passau. Rektor Erwin Müller, Vorsitzender der KEG Niederbayern, hatte unter dem KEG-Slogan „Ich bin dann mal weg“ zur 7. Kultur- und Bildungsfahrt nach Brünn eingeladen, dem historischen Zentrum Mährens und einer Stadt der Wissenschaften und der Geschichte. Das Echo war wieder überwältigend, an die 70 Teilnehmer saßen ab Passau im 15 m langen Doppeldeckerbus, darunter auch Gäste aus benachbarten Bezirken. Nach gut fünfstündiger Fahrt schlugen die KEG ler ihre Zelte im Best Western Hotel Imperial Brno auf. Zu später Stunde war das Abendessen angerichtet mit mährischen Spezialitäten und typisch tschechischen Bieren in urigem Ambiente.

Am Samstagvormittag erkundeten die Niederbayern unter Führung von David, einem kompetenten Brünner, die geschichtsträchtige Altstadt mit ihren malerischen Gässchen und ihrem freundlichen, kosmopolitischen Flair. Vor dem neuen Rathaus auf dem Dominikanerplatz mit der alten Kirche und dem Skulpturenbrunnen über die Arbeiten im Jahreskreis hörte die Reisegruppe von der bewegten Geschichte der Stadt mit ihren nun fast 400 000 Einwohnern. Reges Treiben herrschte auf dem weiträumigen, prächtigen Marktplatz. David erzählte, dass hier in den 40 Jahre der kommunistischen Herrschaft jeglicher Handel verboten war, Erst 1967 nach Abschaffung der Diktatur sei in der Stadt wieder Leben eingekehrt und der Marktplatz wieder Treffpunkt vieler Menschen geworden.
 


Ein Besuch galt auch dem alten Rathaus, dem ältesten Bau der Stadt, mit seinen wunderschönen Ornamenten im Eingangsbereich. Ein besonderer Glanzpunkt in der Altstadt war die Kathedrale „Hl. Peter und Paul“, ein Lehrbuch über sämtliche kirchlichen Baustile. Abschließend standen alle staunend auf dem großen Hauptplatz mit prachtvollen Palästen und Renaissance-Bauten mit Erkern aus Gusseisen, aber auch moderner Kunst. Hier kreuzten sich dereinst alle Handelsstraßen, heute herrscht hier pulsierendes Leben. Der Platz öffnet sich für einen herrlichen Blick auf die königliche Burg Spilberk.

Am Nachmittag erzählten auf einer Rundfahrt Stadtmauern und Paläste, Residenzen, Brunnen und Parkanlagen von der reichen Geschichte. Die Fahrt ging vorbei an Geburtshäusern und Wirkungsstätten namhafter Künstler, Wissenschaftler und Musiker. Dann weitete sich der Blick hinaus ins Umland und von Weitem grüßte schon das malerische Schloss Lednice der Adelsfamilie Lichtenstein, eine monumentale, märchenhafte Anlage und nationales UNESCO-Weltkulturerbe. Das aufwändig restaurierte Kulturdenkmal weist verschiedene Baustile auf. Staunend ging die KEG-Gruppe durch die märchenhaften Zimmer und prachtvollen Säle mit ornamentierten Kassettendecken, geschnitzten und mit Stofftapeten versehenen Wänden. Besondere Bewunderung erregte eine riesige, freitragende Treppe, alle Teile aus einem einzigen Eichenstamm in fünfjähriger Arbeit geschaffen. Bei einem Spaziergang durch die weiten Parkanlagen ließ man die Eindrücke nachwirken.

Nach diesem Augenschmaus sollten auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz kommen. Erwin Müller und sein Bruder Ludwig (Busfahrer) hatten als weiteren Höhepunkt den Besuch der berühmten Weinkeller der Tempelritter in Cejkovice ins Programm genommen. Bei der Führung durch einige der km – langen Gänge tief unter der Erde erfuhren die Besucher die große Geschichte des Tempelordens. In einem urigen, stimmungsvoll beleuchteten Keller gab es eine exquisite Weinprobe, wobei vor allem der Rotwein „Rulandske modre“ und der Weißwein „Rulandske bile“ besonders gefielen. Im tiefen Keller war dann das Abendessen mit landestypischen Spezialitäten und Nachspeisen angerichtet.

Der Sonntag gehörte einem Naturerlebnis der besonderen Art. Die Busfahrt führte durch das malerische, mährische Umland mit Blick auf die Karpaten. Ziel waren die berühmten Punkva Höhlen mit unbeschreiblich schönen Felsformationen, in 30 Millionen Jahren durch tropfendes Regenwasser entstanden. Märchenhafte Gebilde, Dome, Vorhänge, alles magisch-mystisch beleuchtet, ein Naturschauspiel. Dann öffnet sich eine Höhle und der Besucher steht staunend vor der 138 m hohen Macocha Schlucht, in Jahrmillionen entstanden. Eine einzigartige Flora, indirekt angestrahlt von der Sonne, ein Farbenspiel von seltener Schönheit, das jeden ergriffen in seinen Bann zieht. Auf kleinen Elektrobooten ging es auf dem unterirdischen Fluss Punkva 440 m durch enge Tropfsteinhöhlen wieder zurück. Ein unvergessliches Erlebnis in froher KEG Gemeinschaft. Auf der Heimfahrt verriet Erwin Müller das Ziel der nächstjährigen Kulturfahrt: wahrscheinlich Breslau.

Text und Fotos: Josef Reischl

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