Bildungsfahrt der KEG Niederbayern nach Bratislava Mai 2015

KEG Niederbayern erlebte „Bratislava, die unbekannte Perle an der Donau“ und die wunderschöne slowakische Flusslandschaft
Zweieinhalbtägige Bildungsfahrt, eine Symbiose aus Kultur, Kunst und Lebensfreude

Rektor Erwin Müller, Vorsitzender der KEG Niederbayern, hatte zur 6. Natur- und Kulturfahrt nach Bratislava eingeladen, in eine geschichtsträchtige Stadt von Weltrang. Das Echo war wieder überwältigend, bei der letzten Sammelstation um 14.30 Uhr in Passau saßen schließlich fast 80 Teilnehmer im 15 m langen Doppeldeckerbus. An der Grenze von Österreich in die Slowakei gab es eine unangenehme Wartezeit von einer Stunde, bis die Grenzbeamten die für die Einreise erforderliche Bus-Box bereit stellten, die 1,80 € kostete. Erinnerungen an frühere Zeiten wurden da wieder wach. Aber dafür wurden alle vortrefflich entschädigt mit einem sehr späten Drei-Gänge-Menü im Vier-Sterne-Hotel Mercure.

Am Samstag erkundeten die KEGler in zwei Gruppen unter sachkundiger Führung die historische und romantische Altstadt Bratislava. Beeindruckend waren das Präsidentenpalais mit dem Rokokopark und die Universitätsbibliothek von Weltruf. Gedenktafeln erinnerten an Franz List und an den kurzen Aufenthalt des sechsjährigen Mozart in der Donaustadt. Prächtige Brunnen lagen auf dem Weg, ehedem bei jeder Königskrönung errichtet. Staunend standen die KEGler vor der Kirche der Heiligen Elisabeth mit der drei Meter hohen, vergoldeten ungarischen Krone auf dem 84m hohen Turm. Ein beliebtes Fotomotiv ist der weltbekannte, bronzene Kanalarbeiter, der den Kanaldeckel hochhebt und verschmitzt auf die vorbeieilenden Menschen schaut. Durch das Michaelstor betritt man dann den überwältigenden Hauptplatz mit wunderschönen Fassaden, jedes Stockwerk in einem anderen Baustil, kommt vorbei am Kardinal-Palais, ausgestattet mit den wertvollsten Gobelins der Welt und steht schließlich vor dem imposanten Nationaltheater. In einer zweistündigen Pause ließen alle die Eindrücke auf sich wirken bei ungarisch-slowakischen Schmankerln und bei Cappuccino oder einem slowakischen Bier in den malerischen Gässchen der anmutigen Altstadt.
 


Am Nachmittag schloss sich eine beeindruckende Fahrt mit dem Panoramabus durch die in vielerlei Hinsicht bezaubernde Stadt an, man erlebte die ehemaligen Residenzen der K.u.K Fürsten und den einzigartigen und geschichtsträchtigen Charme der Stadt, aber auch die neu gebauten, großartigen Botschaften und das Prominenten-Viertel. Wichtigstes Ziel war natürlich die imposante Burganlage mit den vier markanten Türmen. Hier wurde die hl. Elisabeth geboren, die mit zehn Jahren als Verlobte auf die Wartburg in Thüringen kam. Die Führerin erzählte, dass Napoleon 1811 die Burg in Brand geschossen habe und man sie nach alten Plänen wieder aufbaute, jedoch mit anderen Stilen. Von den Mauern des Burghofes aus genossen alle den atemberaubenden Blick auf die romantische Donaustadt. Alle waren aber auch schockiert von den Betonbauten auf einer Seite der Donau aus der sozialistischen Zeit.

Auf der Weiterfahrt sah man die aufsteigenden Berge der kleinen Karpaten, eine bezaubernde Landschaft. Bei dieser Kulturfahrt durch das kleine Weinanbaugebiet durfte natürlich eine Weinprobe nicht fehlen. Auf die Gäste aus Niederbayern wartete ein uriger Weinkeller mit langen Gängen mit großartigen Ziegelgewölben, magisch beleuchtet. Von der Besitzerin des Weingutes erfuhr man Interessantes über den Weinbau in diesem Gebiet, dazu wurden köstliche Weine kredenzt. Wie man die edlen Tropfen mit Augen, Nase und Gaumen genießen muss, lernten die KEGler in gemütlicher Runde. Als Erinnerung an die Weinverkostung musste Fahrer Ludwig Müller einige Kartons im Bus verstauen.

Die Töpferwerkstatt „Malojika“ war letztes Ziel, und hier gab es eine Überraschung: die weltbekannte Töpferei gehörte der Besitzerin des Weingutes. Ebenso erfrischend wie im kühlen Weinkeller erläuterte sie in der warmen Werkstatt die einzelnen Arbeitsgänge vom Anrühren des Tons bis zum Brennen bei 1040 Grad, vom Lasieren bis zum Bemalen der Unikate, die in blauer und grüner Keramik in alle Welt gehen. Im Hotel „Matysak“ ließ man den erlebnisreichen Tag bei kulinarischen Besonderheiten der slowenisch-slowakischen Küche ausklingen.

Die Rückreise am Sonntag trat man nicht mit dem Bus an, sondern mit gemischten Gefühlen einiger auf einem Schnellboot. Mit über 60 km/h sauste der Katamaran über die Donau, ein Erlebnis der besonderen Art, fast wie in einem Flugzeug. Die Teilnehmer genossen die vielfach unberührte Donaulandschaft mit malerischen Fischerhütten. In Wien wartete der Bus an der Anlegestelle und nahm die Reiseteilnehmer zu einer ausgiebigen Rundfahrt durch die bezaubernde Weltstadt Wien mit. Hofburg und Hofreitschule, Stephansdom und Karlskirche, prächtige Paläste und reiche Bürgerhäuser lagen auf dem Weg, um nur einige zu nennen, überall opulente Zeugnisse der bedeutenden Kaiser und Fürsten, Bischöfe und Baumeister.

Viele Reiseteilnehmer konnten ihre Erinnerungen an die Wienfahrt der KEG vor zwei Jahren wieder auffrischen. Die vielen unvergesslichen Eindrücke ließen abschließend alle in den typisch Wiener Kaffeehäusern ausklingen, bevor es wieder Richtung Niederbayern ging. Worte des Dankes galten Reisemarschall Erwin Müller und Karin Schubert als Mitorganisatorin im Vorbereitungsteam der Fahrt, aber auch dem versierten Busfahrer Ludwig Müller. Der Bezirksvorsitzende und neu in die Vorstandschaft der KEG Bayern gewählte Erwin Müller verriet erste Planungen der nächsten Kulturfahrt, die vielleicht nach Brünn gehen wird.

Texte und Fotos: Josef Reischl

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