KEG Niederbayern erlebte das wunderbare Wien und das Weltkulturerbe Wachau

Zweitägige Bildungsfahrt, eine Symbiose aus Kultur, Lebensfreude und Naturlandschaft

Rektor Erwin Müller, stellvertretender Bezirksvorsitzender der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) Niederbayerns, hatte nach der großen Resonanz der letzten Jahre nun zur vierten Natur- und Kulturfahrt in die bezaubernde Weltstadt Wien und in die prächtige Wachau eingeladen, die seit 2000 als UNESCO-Weltkulturerbe gilt. Das Echo war wieder übergroß, der 15m lange Doppeldeckerbus konnte nur 88 Teilnehmer fassen, lang war auch die Warteliste.
 

 
Die barocke Schlossanlage Schönbrunn war das erste Ziel. Hier erlebten die KEG`ler die Pracht und Herrlichkeit und auch die politische Bedeutung der Habsburger Dynastie. Per Audioguide hatte jeder die Möglichkeit, dieses barocke Glanzstück mit den prächtigen Zimmern, Prunkräumen und Sälen nach Belieben auf sich wirken zu lassen. Im 4-Sterne Hotel „Ananas“ im Herzen Wiens wurde Quartier bezogen. Für viele war der nahe „Naschmarkt“ mit seinen Buden, Ständen, Flohmärkten und mit seinem eigenen Flair einen ersten, ausgiebigen Bummel wert.

Mit dem Bus und auch zu Fuß wurde in einer ausgiebigen Führung der historische Stadtkern Wiens erkundet mit Hofburg und Hofreitschule, dem beeindruckenden Stephansdom und der Karlskirche, der schönsten Barockkirche Österreichs. Beeindruckend war die Fahrt auf der Ringstraße mit den prächtigen Palästen, Bürgerhäusern, Denkmälern und Kirchen. Vorbei ging es bei der weltberühmten „Konditorei Sacher“ und dem legendären „Kaffeehaus Demel“. Überall opulente Zeugnisse der bedeutenden Kaiser und Fürsten, großen Musiker und Dichter, Baumeister und Bischöfe. Die vielen unvergesslichen Eindrücke ließ man dann nachhaltig auf sich wirken in der weltberühmten „Weinhauer“ – Gemeinde Grinzing bei einem gemütlichen Heurigenabend im Passauer Hof, bei Wein und Schrammelmusik, Wiener Spezialitäten und guter Unterhaltung.

Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet brachen die Gäste aus Niederbayern zu einer erneuten, geführten Entdeckungsreise zu Fuß und mit dem Bus durch das historische und auch neue Wien auf. Prächtige Palais von Blut- und Geldadel in ihren jeweiligen Baustilen säumten den Weg, der Prater mit seinem Riesenrad grüßte die KEG`ler. Museen und Parks erinnern an die unvergessliche Kaiserin Sissi. Im krassen Gegensatz zu alldem, aber wohl proportioniert, dominieren auch moderne Hochhäuser, mächtige und teure Statussymbole von Banken und Industriemagneten.

Sicherlich ein Highlight war das weltberühmte Hundertwasserhaus, 1983-1985 von der Gemeinde Wien als „Natur- und menschengerechtes Haus“ im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet. Der emotions- und phantasiebetonte Künstler und Maler Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) hatte in Zusammenarbeit mit dem Architekten Prof. Josef Krawina dieses bunte und mit über 250 Sträuchern und Bäumen begrünte Märchenschloss zwischen grauen, genormten Großstadtbauten errichtet, das den Wunsch des Menschen nach Harmonie und Individualität erfüllen soll. Die künstlerische Ausgestaltung des exzentrischen Wohnkomplexes beeindruckte mit der phantastischen Farben- und Formenvielfalt. Die ungewohnte Kombination von Naturstein und Glas, surrealistischen Plastiken und modernen Gemälden vermittelt mit ihrem phantastischen Realismus eine eigenartige Stimmung und bietet eine beeindruckende Kombination von Kunst und Kitsch. Das Ensemble zählt zu den meist besuchten Gebäuden Wiens als wichtiges Kulturgut des Landes. Klar, dass alle abschließend die „Toilet of Modern Art“ aufsuchten.

Wien und Passau verbinden nicht nur die beiden Stephansdome, sondern auch das Jahr 1683. Die Türken hatten 61 Tage lang die Stadt Wien belagert. Kaiser Leopold I. war nach Passau ins Exil geflüchtet und betete jeden Tag in der Wallfahrtskirche Maria Hilf ob Passau für die Errettung des Abendlandes vor den Türken. Am Morgen des 12. Septembers zogen die vereinten Heere der deutschen Fürsten, Kurfürsten und Grafen vom Kahlenberg aus, einer Anhöhe über Wien, in den „ruhmreichen Befreiungskampf“. Beeindruckt knieten hier viele in der Gedächtniskirche.

Vom Panoramabus aus genossen alle dann die Fahrt durch die herrliche Wachau, eine gottgesegnete, fruchtbare und milde Landschaft an der Donau, von prächtigen Weinbergen umgeben. Von weitem grüßte schon der blaue Kirchturm des Weinortes Dürnstein mit der Burgruine, wo zur Zeit der Kreuzzüge Richard Löwenherz, König von England, gegen hohes Lösegeld gefangen gehalten wurde. Ein Spaziergang durch die malerischen Gässchen des Weinortes tat allen gut.

Letzte Etappe der Bildungs- und Kulturfahrt war Melk mit seinem weltberühmten Stift. Der barocke Kaisertrakt mit herrlichen Zimmern zeigt die Wappen der Habsburger. Modern und aussagekräftig gestaltete Ausstellungsräume erzählen die Geschichte des Klosters und erläutern seine Ordensregeln, zeigen opulente Räume aus Marmor und gigantische Spiegelsäle, leise untermalt mit gregorianischen Gesängen. Das Auf und Ab der Geschichte des Stiftes wird augen- und sinnenfällig mit Multimediatechnik und sogar mit Wellen im Fußboden dargestellt. Blütezeiten und Verfall des Klosterlebens werden ebenso wenig ausgespart wie moralischer Verfall und Wiederbelebung durch tüchtige Äbte. Bewundernd standen alle in einer der zehn Bibliotheken des Stiftes mit über 100000 Büchern.

Nach einer ausgiebigen Stärkung in der Stiftsschänke ging es wieder Richtung Niederbayern. Worte des Dankes galten „Reisemarschall“ Erwin Müller und seinem Team für die gute Organisation der 4. Natur- und Kulturfahrt der KEG. Er habe schon wieder Planungen im Kopf für das nächste Jahr, versicherte Rektor Müller.

Text und Fotos: Josef Reischl

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