Bezirksvertreterversammlung 2016

„Gemeinsam Schule und Bildung gestalten – und dabei begleiten wir Sie gerne“ so lautet das Motto der Katholischen Erziehergemeinschaft in Niederbayern. Diese hielten im März ihre Bezirksvertreterversammlung im Tagungshaus St. Pirmin des Klosters Niederaltaich ab. Vorsitzender Erwin Müller wurde dabei in seinem Amt als Bezirksvorsitzender mit einem Traumergebnis von 100 Prozent wiedergewählt, auch seine bisherigen Stellvertreter Kerstin Gruber, Monika Freudenstein und Robert Drexler dürfen ihre Ämter weitere vier Jahre fortführen.

Die KEG ist ein ökumenisch offener Zusammenschluss engagierter Pädagogen aus allen Erziehungs- und Bildungsbereichen. Ihr Ziel ist die Verwirklichung des christlichen Welt- und Menschenbildes in Kindertageseinrichtungen, in Schulen, Hochschulen, Kunst- und Musikschulen, in der Erwachsenenbildung sowie in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Ihre, an christlichen Grundsätzen orientierten Pädagogik basiert auf die Leitideen Personalität, Solidarität und Subsidiarität. Auch Staatssekretär Bernd Sibler hob am Samstagvormittag in seinem Grußwort die Leitlinien hervor. Kinder seien bei den Pädagogen, Lehrkräften und Erzieherinnen in guten Händen. Diese geben all ihr Wissen und Kompetenzen an die Kinder weiter. Kinder sollten zudem Respekt verdienen. Schule und Unterricht sei eine Beziehungsarbeit. Man solle sich den Kindern annehmen und helfen in der jeweiligen Situation. Keiner werde zurückgelassen. Menschen sollten sich selbst entfalten. Wo ein Mensch in Not, auch in Bildungs- und Erziehungsnot geraten sei, gelte es Hilfe anzubieten, den Menschen zu stärken und zu begleiten. Die Umsetzung der Erziehungsarbeit lande bei den Erziehern und Lehrern, die ihre Werteorientierung leben und andere spüren lassen. So treffe sich Glaube und Bildung in der Sorge um Menschen. Zur aktuellen Flüchtlingsproblematik in Bezug auf Schule und Bildung ging der Staatssekretär ebenso in seinem Grußwort kurz ein.

„Wir müssen Begleiter sein“ gab auch der Bezirksvorsitzende Erwin Müller zu verstehen, der seinen Amtsvorgängern großen Respekt zollte. Der Verband könne nur funktionieren, wenn man eine Persönlichkeit sei, aus dessen vielen Erfahrungen man schöpfe. Zudem seien Vernetzungen von überaus großer Wichtigkeit.  In seinem Rechenschaftsbericht erörterte Müller den neuen Auftritt der KEG in den Farben pantonegelb und grau. Die KEG hat sich landesweit auf ein neues modernes Corporate Design geeinigt, das von der KEG Niederbayern in ihren vielen Bausteinen vorbildlich umgesetzt wird. Von den Farben über die Schriftart bis hin zu den Bildwelten soll die KEG im Blick der Lehrer und Pädagogen sein und durch Ihre Bausteine ihre Mitglieder von Beginn an begleiten und stärken! - jung, frisch, individuell, attraktiv, zukunftsorientiert, sympathisch, verlässlich und modern eben. Die Akzent setzende Welle im neuen Outfit soll die neue Dynamik und Entwicklung darstellen. Weiter sprach er die einzelnen Leistungen und Veranstaltungen, wie die Berufsorientierung, das professionelle Coaching für Pädagogen, die Vorbereitung auf das Referendariat, die Prüfungsvorbereitung auf das 2. Examen, das Ausflugs- und Reiseprogramm, die Niederalteicher Ferienakademie zu Beginn der Sommerferien und das aktuelle Fortbildungsprogramm der KEG Niederbayern an. Auch verwies er auf den Niederbayerischen Gesundheitskongress in Plattling, die Personalratswahlen in diesem Jahr und dem neuen Auftritt auf Facebook. „Wir begleiten Sie gerne“ so Müllers Fazit.

Positives gab es bei der Mitgliederentwicklung zu berichten. Derzeit habe die KEG Niederbayern rund 1500 Mitglieder. Im vergangenen Jahr wurden 52 Eintritte und 35 Austritte verzeichnet, in diesem Jahr wird mit einem weiteren Aufschwung gerechnet. Bezirksrechner Peter Frank trug den Kassenbericht vor, die Kassenprüfer Manfred Blomer und Dr. Fritz Haselbeck bescheinigten ihm eine ordentliche Führung, so dass eine Entlastung der Vorstandschaft beantragt werden konnte.

Die anschließenden Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: mit einem großartigen einstimmigen Ergebnis wählten die 43 Stimmberechtigten Erwin Müller für eine weitere Amtsperiode zum Bezirksvorsitzen, auch seine bisherigen Stellvertreter Kerstin Gruber, Monika Freudenstein und Robert Drexler wurden wiedergewählt. Schriftführerin ist weiterhin Verena Hötzinger, Peter Frank bleibt ebenso Bezirksrechner.

Zu Referatsleiter wurden gewählt:

  • Standespolitik und Besoldung: Mathias Altmannsberger und Josef Höcker
  • Grundschule: Dr. Sybille Maier und Monika Kasza
  • Mittelschule: Josef Höcker, -Universitäre Bildung: Dr. Fritz Haselbeck
  • Akademie für Sozialpädagogik: Robert Drexler
  • Sonderpädagogik: Klaus Welsch und Thomas Herbst
  • Religionspädagogik: Alois Weber und Andreas Dieterle
  • Sozialpädagogik: Irene Höchtl
  • Schulberatung und Schulpsychologie: Elisabeth Brumbi
  • Pressearbeit: Josef Reischl und Sonja Lehner
  • Datenschutz und Homepage: Peter Freudenstein

Fachgruppenleiter:

  • Schulräte / Schulrätinnen: Susanne Swoboda und eventuelle Kooptierung Angelika Haslbeck
  • Schulleiter Grundschule: Claudia Haider-Stahl und Beate Sagmeister
  • Schulleiter Mittelschule: Michael Schütz und Robert Seif
  • Seminarleiter / Seminarleiterinnen: Grundschule und Mittelschule: Franz Wimmer
  • Förderschule: Rita Schlotter
  • Fachlehrer / Fachlehrerinnen: Karin Schubert und Ida Robl
  • Förderlehrer Martina Bussas, Kerstin Gruber und Rita Schlotter

Bestätigt wurden die Sachgebietsleiter:

  • Familienarbeit: Bernhard Winter; AJE (Arbeitsgemeinschaft junger Erzieher) Christina Elmer und Verena Hötzinger
  • Studentenring: Christina Schober, Anna Müller und Hannah Schubert
  • Pädagogen a.D.: Gottfried Konrad
  • KODA: Elisabeth Weinzierl und Michael Wenig

 


 

Am Samstagvormittag lud die KEG Niederbayern zum Gottesdienst, den Frater Johannes Hauck OSB zelebrierte, sowie zum Vortrag des geistlichen Beirats der KEG Rainer Maria Schießler. Dieser stellte nicht nur auf humorvoller Weise sein Buch „Himmel, Herrgott, Sakrament – auftreten statt austreten“ vor, er erzählte zudem aus seinem Leben als Geistlicher der Pfarrei St. Maximilian in München.

Rainer Maria Schießler, geboren 1960, ist ein katholischer Pfarrer. Er gilt durch seine unkonventionelle Seelsorge und teilweise medienwirksamen Aktionen als „einer der bekanntesten Kirchenmänner“ in Bayern und wird als „Münchens bekanntester Pfarrer“ bezeichnet. Seit 1993 ist er Pfarrer in St. Maximilian in München. Von 2006 bis 2012 arbeitete Schießler jedes Jahr im Schottenhammel-Zelt des Münchner Oktoberfestes als Bedienung; das verdiente Geld spendete er für einen wohltätigen Zweck. 2015 bediente er wieder im Schottenhammel und spendete seine Einnahme für ein Syrien-Projekt. Seit 2011 ist er neben seiner bisherigen Gemeinde auch für die Münchner Heilig-Geist Gemeinde am Viktualienmarkt zuständig. Seine eigene Talkshow „Pfarrer Schießler“ wird seit Dezember 2012 in unregelmäßigen Abständen beim BR produziert und ausgestrahlt.

Der begeisterte Motorradfahrer, der sich nicht als „Rampensau“ bezeichnet, ließ die Besucher, darunter Staatssekretär Bernd Sibler, die stellvertreten Landräte Eugen Gegenfurtner (DEG) und Klaus Jeggle (Passau), Peter Schmidhuber (Regierung von Niederbayern), Deggendorfs Jugendbeauftragte Renate Wasmeier, KEG-Ehrenvorsitzender Kurt Neudert, der Bezirksvorstandschaft, dem ehemaligen Bezirksvorsitzenden Fritz Döring, Wilhelm Lindinger (kooptierter Ehrenvorsitzender), Frater Vinzenz von der Abtei Niederaltaich und dem stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums Niederalteich Hubert Kaineder, von seiner bewegten Woche teilhaben, wobei er sich als eingefleischter Löwenfan bekannte.

„Auftreten statt austreten“ – lautet der Appell von Rainer Maria Schießler. In einer Zeit, in der so viele Menschen wie nie die katholische Kirche verlassen, gelingt es dem bundesweit bekannten Münchner Stadtpfarrer, dass seine Gemeinde wächst und sich für den Gottesdienst begeistert. Sein Rezept heißt Klartext. Oft werden seine Predigten zu Ökumene und Zölibat beklatscht. Er pflegt eben einen ganz eigenen Stil: im Frühjahr segnet der leidenschaftliche Motorradfahrer in der Gemeinde die Maschinen der Väter und die Bobby-cars der Kleinsten, an Heiligabend lässt er einen DJ auflegen und schenkt Sekt aus – schließlich wird der Geburtstag Jesu gefeiert. Will die Kirche sprachfähig und glaubwürdig sein, dann braucht sie Temperamente wie Rainer Maria Schießler. Sein Buch steht unter dem Baldachin seiner Osterbotschaft von 2015 „Mut zur Veränderung“ und benennt die heiklen Themen innerhalb der katholischen Kirche, die seiner Meinung nach zu einem Glaubwürdigkeitsverlust geführt haben. Sein Motto: „Gelingt es mir, den anderen positiv zu bewegen mit unseren, mit meinen Gedanken?“. Dies treffe auch bei den Pädagogen zu. Sie sollen die Menschen berühren, bewegen und Mut zusprechen.

Auch hat Schießler die Flüchtlingsproblematik angesprochen. Hierzu meinte er man bräuchte mehr Politiker, die auf der Seite des Menschen stehen. Man solle nicht nach der ID fragen. Das wichtigste Werk sei das Werk der Liebe. „Wir grenzen aus, das dürfen wir uns nicht leisten. Wir sind alle gleich.“ Zur Arbeit der Pädagogen erörtert er, ein Mensch sei nie eine Kopie seiner Eltern. Man sei Einzigartig. Man solle den ersten Schritt machen an jemanden heranzugehen.

Die musikalische Umrahmung am Samstagvormittag erfolgte durch Johannes Müller (Keyboard) und Sophia Barth (Gesang), beide vom Gymnasium Niederalteich.

Sonja Lehner

 

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