Herbsttreff der Pädagogen a. D. vom 16. bis 19. September 2013

Wenn die Kolleginnen und Kollegen nach den Sommerferien wieder ihre Schultaschen gepackt haben, dann schnüren am darauf folgenden Montag nach guter alter Tradition viele Pensionisten der Katholischen Erziehergemeinschaft ihren Koffer und fahren nach Schweiklberg zum Herbstreff der Senioren. Im Kreis altbekannter Kollegen/innen wollen sie Gemeinschaft erleben, sich selber etwas Gutes tun und vor allem dem legendären „Geist von Schweiklberg“ nachspüren. Über 40 Kollegen und Kolleginnen aus Niederbayern und benachbarten Bezirken, sowie einige Tagesgäste konnte der Leiter des Referates, Gottfried Konrad, im Haus St. Beda der Benediktinerabtei willkommen heißen. Abt Rhabanus Maurus Petri wünschte, dass für alle die Tage ein Labsal werden für Körper und Seele und dass der Geist gefordert und gefördert werde.
 


 
Traditionsgemäß beginnt die Tagung immer mit einem anspruchsvollen, religiösen Thema. Gottfried Konrad konnte hierzu den Dipl. Theologen und Erwachsenenbildner Konrad Haberger, Niederalteich, begrüßen für das Impulsreferat „Zeit für die Seele- konkrete Anregungen zur eigenen Seelsorge“. Die Seele könne man sich schwer vorstellen, sie sei im Körper nicht greifbar. Früher hätten die Menschen sie immer dargestellt im Zusammenhang mit Sterben und Tod. Hilfen seien bildhafte Darstellungen gewesen.

Der Mensch soll sich für die eigene Seele sorgen, man solle aber auch zeigen, wenn man selbst Hilfe für die Seele brauche. Liebe Menschen, freundliche Worte, ein gutes Buch, Gespräche mit charismatischen Menschen würden hier der Seele im Alltag gut tun nach dem Sprichwort „Halte deine Seele öfter mal in die Sonne!“ Wichtig könne auch Biografiearbeit über das eigene Leben sein, dabei der Freude und den Tränen freien Lauf lassen.

In der Abteikirche tat es anschließend gut, die abendliche Vesper und den Chorgesang der Mönche auf sich wirken zu lassen. Nach einem beschaulichen Spaziergang trafen sich alle zu einem geselligen Beisammensein im Weinstüberl. Josef Reischl spannte in einer Bilder-Show den Bogen zurück auf das Treffen im Vorjahr. In froher Runde wurde bei Wein und Gesang der Tag stilvoll und passend abgeschlossen.

Am Dienstag standen Technik, Kunst und Kultur auf dem Programm. Ludwig Wolf hatte als erstes eine Exkursion zum geodätischen Observatorium in Wettzell bei Kötzting organisiert. Wettzell ist im Verbund mit sieben weiteren Observatorien eine der weltweit modernsten Forschungsstationen, die sogar Signale von 13 Milliarden Lichtjahren entfernten Quasaren empfangen kann. Von hier aus werden die Satellitenbahnen millimeter-exakt vermessen und die plastische Eroberfläche und der sich ständig ändernde Erddurchmesser cm-genau berechnet. Mit Hilfe der Geodäsie könne man relativ sicher Frühwarnungen erstellen für Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis. In Wettzell werden auch die Grundlagen für alle Navigationssysteme in Autos und Handys geschaffen.

Am Nachmittag dann ein Kontrastprogramm: die gläserne Scheune in Rauhbühl bei Viechtach, ein Kunstwerk von einmaliger Schönheit. Der Künstler, Maler und Schnitzer Rudolf Schmid hat aus der Scheune seines Anwesens in 30 jähriger Arbeit zusammen mit seiner Familie einen riesigen Ausstellungsraum mit bemalten Glasflächen, imposanten Holzschnitzereien, Bildern und Skulpturen geschaffen. Auf sechs überdimensionalen Glaswänden sind das Leben des legendären Waldpropheten Mühlhiasl, historische Geschichten, Sagen und Legenden aus dem Bayerischen Wald in faszinierender Weise dargestellt. Ein Besuch galt auch der prächtigen Viechtacher Kirche.

Obwohl nicht mehr im aktiven Schuldienst, so verfolgen die Senioren weiter interessiert das Geschehen rund um die Schule. Im Klosterstüberl berichtete Bezirksvorsitzender Fritz Doering in einer Abendveranstaltung aus seiner Arbeit im Bezirks- und Hauptpersonalrat, informierte über die Standespolitik und wusste allerhand zu erzählen über Hintergründe, Wohl und Wehe in der „modernen Schullandschaft“.

Der Mittwochvormittag gehörte der Literatur. Gottfried Konrad begrüßte Rupert Berndl, Autor, Maler, Bildhauer und Kreisheimatpfleger aus Waldkirchen, der Heiteres und Lustiges aus seinem Buch „Genau a so is!“ zum Besten gab. Mit Spannung wurde am Nachmittag der Vortrag von Helga Mayer von der Altenpflegeschule Arnsdorf über „Sturzprophylaxe und Vorbeugen von Knochenbrüchen“ erwartet. Mit zunehmendem Alter müsse sich wohl jeder mit der Problematik beschäftigen, damit nicht „ein Sturz zum Umsturz des Lebens wird“. Die Referentin zeigte eine Fülle von praktischen Hilfen und Änderungen im gewohnten Umfeld auf. Mit klaren Worten berichtete sie von Situationen in den Altenheimen. Da bald zwei Generationen in die Pflegebedürftigkeit geraten können, werde womöglich ein eklatanter Pflegenotstand auf die Gesellschaft zukommen.

Ein Höhepunkt von Freundschaft und Gemeinschaft ist immer ein geselliger Abend im Klosterstüberl, den die Teilnehmer selber gestalten mit Liedern und Gedichten, lustigen Erzählungen und nachdenklichen Geschichten.

Am Donnerstag feierten die Tagungsteilnehmer mit Prior, Pater Matthias, abschließend Gottesdienst. In seiner Predigt beschäftigte er sich mit Tugenden, die älteren Menschen zugeschrieben werden. Jeder Mensch müsse im Alter ein „Ja“ sagen zu dem, was war und wie es war. Gerade Lehrer und Lehrerinnen können glücklich zurückschauen und ein persönliches Erntedankfest feiern.

Text und Fotos: Josef Reischl

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