Herbsttreff der Senioren in Schweiklberg vom 17. bis 20. September 2012

Wenn die Kolleginnen und Kollegen nach den Sommerferien wieder ihre Schultaschen gepackt haben, schnüren nach guter alter Tradition viele Pensionisten in der KEG am darauf folgenden Montag ihre Koffer und fahren nach Schweiklberg zum Herbsttreff der Senioren.

Heuer konnten der Leiter dieses Referats, Gottfried Konrad, und Mitorganisatorin Birgit Magg über 40 Kolleginnen und Kollegen und einige Tagesgäste im Speisesaal des Klosters willkommen heißen. Traditionsgemäß beginnt die Tagung immer mit einem „anspruchsvollen“, religiösen Referat. Gottfried Konrad begrüße hierzu OSTR i.R. Ludwig Zitzlsberger, Julbach, zum Thema „Schöpfungsgeschichte und Evolution“.
 


 

Mit einfachen Worten stellte er das Weltbild der Bibel in Vergleich zum modernen Weltbild. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel in der bildhaften Sprache der damaligen Zeit sei oft schwierig in Einklang zu bringen mit der Evolutionstheorie und den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft. Das eine sei theologisch, das andere wissenschaftlich zu verstehen, beide seien kein Widerspruch. Man müsse an einen letztlich nicht greifbaren Gott glauben. Wissen sei notwendig, um glauben zu können, dabei überschreite man Grenzen, von denen man nicht alles weiß. Nach dieser schwierigen Materie tat allen die gesungene Vesper in der Klosterkirche gut.

Im gemütlichen Keller traf man sich in froher Runde bei Wein und Gesang. Josef Reischl spannte in einer Bilder-Show den Bogen zurück auf das Treffen im letzten Jahr, dabei gab es viel zu erzählen.

Jeden Morgen lud Birgit Magg zur Gymnastik ein.

Am Dienstag stand eine Kulturfahrt nach Straubing auf dem Programm, betreut von Marianne Froschauer als versierte Führerin.

Die altehrwürdige Kirche St. Peter mit seinem aufgelassenen Friedhof war erstes Ziel. Der romanische Bau, erwähnt bereits 1180, ist eher schmucklos gehalten. Tief beeindruckt waren alle von der besonderen Aura des vor 100 Jahren aufgelassenen Friedhofes rund um die Kirche mit monumentalen Grabmälern, überzogen mit einer wunderbaren Patina der letzten Jahrzehnte aus Moos und Flechten, dazwischen Bäume und Sträucher. Ein Stimmungsbild mit wunderbarer Wirkung und seltener Schönheit.

Betroffen vom tragischen Schicksal der nicht standesgemäßen Gattin des bayerischen Herzogs standen die KEG-ler in der Agnes Bernauer Kapelle. Die Totentanzkapelle mit ihren ausdrucksstarken Fresken stimmt nachdenklich.

Nach dem Mittagessen in Sossau besuchte man die dortige Wallfahrtskirche mit den zwei Kanzeln und zwei großen Gemälden, wie Engel der Legende nach die Kirche vom ersten Standort über die Donau nach Sossau brachten. Neben der Wallfahrtskirche stellten sich alle zu einem Erinnerungsfoto auf.

Ein absolutes Muß war der Besuch der Ursulinenkirche in Straubing, das letzte gemeinsame Werk der Brüder Asam. Der große Stadtplatz Straubings wird durch einen 68 m hohen Turm in zwei Teile gegliedert. Hier erfuhren die Exkursionsteilnehmer Interessantes aus der Geschichte der reichen Gäubodenstadt. Im CAFE KRÖNNER belohnten sich alle mit der berühmten „Agnes Bernauer Torte“.

Am Abend stieß Bezirksvorsitzender Fritz Doering zu den Senioren der KEG, um Gottfried Konrad, dem Leiter der Gruppe, zum Geburtstag zu gratulieren. Dann informierte Fritz Doering die Pensionisten der KEG mit aktuellen Infos über die Standespolitik, die schlimmen Situationen an den Schulen und vor allem in den Kindergärten.

Am Mittwoch vormittag genossen alle „Lesungen altbayerischer Literatur“. Gottfried Konrad begrüßte hierzu Hubert Ettl vom Lichterhand Verlag. Dieser berichtete, wie er vom Lehrer zum Autor und schließlich zum Verleger wurde. Robert Drexler, sen. und Christl Meier gestalteten mit heimeliger Musik die Lesungen mit. Vor allem die Beiträge aus den neuen Büchern „Als Gott und die Welt schliefen“, sowie „Verbrechen - Liebe“, welche die verbotene Liebe zwischen Zwangsarbeitern und deutschen Frauen und Mädchen schildern, bewegten alle tief.

Nachdenklich, ja bei einigen bedrückend wurde die Stimmung nachmittags beim Referat „Demenz und Umgang mit Demenz erkrankten Menschen“. Gottfried Konrad hatte hierzu Frau Edelgard Schulz–Honisch vom KWA Bildungszentrum Pfarrkirchen eingeladen. Themen waren u.a. Ursachen, Symptome, Erscheinungsbilder, Konsequenzen, Medikamente, Betreuung und Begleitung. Befreiendes Lachen gab es als die Referentin meinte: „Wenn du in den Keller gehst und weißt hernach nicht, warum, ist das noch lange keine Alzheimer Erkrankung. Und auch wenn du immer sagst „der Dings da…“ ist das keine Demenz!“

Horst Dieter Geyer, Kollege und Künstler, stellte zwei seiner neuesten Bilder vor, entstanden aus dem „Vater unser als Botschaft“ und einem Predigtzyklus mit Altabt Christian Schütz.

Den Abend im gemütlichen Weinkeller gestalteten Mitglieder mit Liedern, Instrumentalmusik, lustigen Erinnerungen und Witzen. Elisabeth Wohofsky erzählte von ihren ersten Dienstorten und ihren schönsten Erlebnissen in den alten Schulstuben.

Am Donnerstag feierten die Tagungsteilnehmer mit Prior Pater Matthias Gottesdienst. In seiner Predigt ging er auf das Danken im Alter ein. Am Schluss sangen alle das „Salve regina“. Im großen Saal versammelten sich alle zur Abschlussbesprechung, Vorausschau und Bedankung. Ludwig Wolf machte sich zum Sprecher der Senioren und überreichte Gottfried Konrad und Birgit Magg mit wohl gesetzten Worten des Dankes Geschenke.

Text und Fotos: Josef Reischl

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