KEG fordert erneut vereinfachte Zeugnisse für Grundschulen

Die KEG fordert ein neues Format für die Zeugnisse an Grundschulen in Bayern. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Verband mit einer beim Kultusministerium eingereichten Unterschriftenaktion für dieses Ziel stark gemacht. Allerdings werden zum Ende des Schuljahres an den Grundschulen noch immer die traditionellen zweiseitigen Zeugnisse vergeben. Die KEG plädiert dagegen für ein einseitiges, prägnant formuliertes Zeugnis, das durch einen Kompetenzbogen ergänzt wird.

Die KEG setzt sich bereits seit Jahren nicht nur für eine Vereinfachung der Jahreszeugnisse, sondern auch für eine neue Form der Zwischenzeugnisse ein, die an diesem Freitag in den bayerischen Grundschulen vergeben werden. Der Verband kann hier bereits Erfolge verzeichnen, denn über 85 Prozent der Grundschulen (Tendenz steigend) haben das Zwischenzeugnis in den Jahrgangsstufen 1 bis 3 in diesem Schuljahr durch ein dokumentiertes Lernentwicklungsgespräch ersetzt. Daran nehmen die Klassenleiterin bzw. der Klassenleiter, Eltern und die Schülerin bzw. der Schüler teil. Im Gespräch steht die individuelle Situation des Kindes mit seinen Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenzialen im Fokus.

Die KEG nimmt den Abschluss des Schulhalbjahres zum Anlass, erneut zu betonen, dass die Zeugnisreform weiter voranschreiten muss. Nicht nur müssten die Lernentwicklungsgespräche in den kommenden Jahren weiter ausgedehnt und möglichst flächendeckend umgesetzt werden, auch die Jahreszeugnisse hätten eine Veränderung dringend nötig, so KEG-Vorsitzende Ursula Lay. Dafür macht sich die KEG stark und kann auch auf die Unterstützung von Elternverbänden zählen. Die bisherigen Erfahrungen mit den zweiseitigen Jahreszeugnissen würden weder Eltern noch Lehrkräfte überzeugen.

Eine Verbesserung wäre aus Sicht der KEG eine Reduzierung des Zeugnisumfangs auf eine Seite. Auf einem solchen einseitigen Zeugnis sind neben einem kurzen Wortgutachten zum Sozial- und Arbeitsverhalten eine Notenübersicht (in den Jahrgangsstufen 2 bis 4) bzw. eine Leistungsbeschreibung (in Jahrgansstufe 1) und Informationen zur Förderung und Lernentwicklung zu finden. Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern, unterstützt durch einen über die gesamte Grundschulzeit geführten Kompetenzbogen, wird dann die Lernentwicklung des Kindes mit der Klassenlehrkraft besprochen.

Um für die Zeugnisreform zu werben, verteilt die KEG aktuell Plakate und Flyer an alle bayerischen Grundschulen. Darauf betont sie, dass ein einseitiges Zeugnis durch die Konzentration auf das Wesentliche eine höhere Aussagekraft habe, als eine mit vielen Floskeln durchzogene, zweiseitige Beschreibung. Die verantwortliche Lehrkraft habe so die Möglichkeit, sich in der Beschreibung ganz auf das Kind und sein Wesen zu konzentrieren. Dadurch, dass der Lernstand des Kindes zusätzlich in einem Kompetenzbogen visualisiert wird, werde die Lernentwicklung deutlicher erkennbar als in der Textform, besonders auch für schlecht deutsch sprechende Eltern.

In einer Zeit, in der die mündliche Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule immer mehr ausgeweitet und intensiviert werde, sei die Zeugnisreform zeitgemäß und angemessen, so Ursula Lay. Die KEG sieht sich in ihrer Forderung nach einem neuen Format der Jahreszeugnisse bestätigt. Eine Anpassung des Formulares der Jahreszeugnisse sei die sinnvolle Ergänzung zu den am Ende des Halbjahres stattfindenden Lernentwicklungsgesprächen, die von den Schulfamilien in immer größerem Maße angenommen werden.



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