Lehrer zu Besuch beim „Künstlerfürsten“ Franz von Stuck

Die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) in der Stadt und im Landkreis Passau besuchte die Jubiläumsausstellung „150 Jahre Franz von Stuck“ in der Landkreisgalerie im Schloss Neuburg. Für Kulturreferent Dr. Wilfried Hartleb was es sichtlich eine Freude, ehemalige Kollegen und Kolleginnen durch die Ausstellung mit über 300 Exponaten zu führen.
 

 
Er ordnete eingangs den begnadeten Grafiker, Karikaturisten, Maler, Bildhauer Architekten und Akademieprofessor in die bayerische Geschichte ein und stellte ihn in Verbindung zu den Großen seiner Zeit. Dr. Hartleb schilderte die Kindheit des am 23. Februar 1863 in Tettenweis geborenen Müllersohnes. Der hochbegabte Franz habe die Realschule in Passau besucht und an der Königlichen Kreisgewerbeschule in Passau seine erste zeichnerische Ausbildung erhalten. Als 15-jähriger sei Stuck nach München gegangen und habe die renommierte Akademie der Bildenden Künste besucht.

Dem Kulturreferenten gelang es hervorragend, den Wandel in Stucks Techniken an Hand von ausgewählten Werken darzustellen. Der Durchbruch sei Stuck mit dem Aufsehen erregenden Gemälde „Der Wächter des Paradieses“ (1889) gelungen. Dr. Hartleb zeigte, das Stuck im Vorfeld immer detaillierte Fotostudien betrieb und erst dann zu malen begann. Mit geschickt inszenierten Werbeaufträgen, amourösen Zeichnungen und Gemälden sei Stuck bald einer der erfolgreichsten Sensationskünstler in Deutschland geworden. Er habe es als einer der ersten verstanden, seine Werke geschickt zu vervielfältigen und zu drucken, so Dr. Hartleb, und sich selbst zu inszenieren und seine Werke zu vermarkten. Skandale habe Franz Stuck ausgelöst, als er die Sexualität der Frau in der Malerei und in der Plastik entdeckte. Ein eigener Ausstellungsraum war dem Thema „Stuck und die Frauen“ gewidmet. Hier überraschte Dr. Hartleb die Besucher mit kleinen Anektoden.

Stuck habe sich bald auch der Architektur zugewandt, so der Kulturreferent, und habe nach seinen Plänen die „Villa Stuck“ in München bauen lassen. Obwohl er eher ein stiller Mensch gewesen sei, habe er gute Kontakte zu allen bedeutenden Persönlichkeiten im kulturellen Bereich gehabt und sei auf dem Zenit seiner Karriere in den Adelsstand erhoben worden. Dr. Hartleb zeichnete auch ein Bild von Stucks Privatleben und spannte auch den Bogen hinüber zu den letzten Lebensjahren des Künstlers, denen ein eigener Raum gewidmet war. Er zeigte Fotos von Ehrungen, die Franz von Stuck zu Teil geworden seien und Darstellungen von seinem 50. Geburtstagsfest in Tettenweis. Sein Haus sei nach seinem Tod im Streit zweier Frauen um die Erbschaften schließlich verfallen. Als ein ganz großer Sohn der Heimat lebe er in seinen Werken weiter, so Dr. Wilfried Hartleb.

Die Vorsitzende des Kreisverbandes der KEG, Monika Freudenstein, dankte Dr. Hartleb für seine sehr persönlich gehaltene Führung durch die Ausstellung. Nach dem Kunstgenuss widmeten sich die Besucher den lukullischen Genüssen in der Hoftaverne im Schloss Neuburg.

Josef Reischl

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