Katholische Erziehergemeinschaft (KEG)
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58. Pädagogische Ferienwoche

„Wichtig ist das Vorleben von Werten“
58. Pädagogische Ferienwoche der KEG Niederbayern fand in Niederalteich statt

Die 58. Pädagogische Ferienwoche stand unter dem Leitthema „Vermittlung von Kompetenzen und Werten – bildungspolitische Zielsetzung oder leere Worthülsen?“ Tagungsleiter Robert Drexler (stellvertretender Bezirks- und Kreisvorsitzender der KEG Niederbayern) hob hervor, dass es bereits die 43. Kooperationsveranstaltung mit der Hanns-Seidel-Stiftung sei. Er begrüßte Dr. Franz Guber, Leiter des Instituts für politische Bildung der Hanns-Seidel-Stiftung in München.

Drexler ist der Meinung, dass junge Menschen genauso viel Herzensbildung, Werteerziehung und Kompetenzvermittlung brauchen wie Vermittlung von Wissen. Es gäbe viele Fragen und Probleme, doch diese könnten nicht vom Staat oder Institutionen durch Verordnungen gelöst werden. Welche Kompetenzen könne man den Heranwachsenden anbieten, um sich in der fast erdrückenden medialen Welt zurechtzufinden ? Wann könne man diese Kompetenzen vermitteln, wo doch in vielen Kinderzimmern Notebooks und Fernseher einen festen Platz haben, die Lesekompetenz von der „Surfkompetenz“ im Internet abgelöst wurde, wo anstelle des traditionellen Poesiealbums „Facebook“ gerückt ist, und das schon im Grundschulalter?

„Junge Menschen haben Bedürfnis nach Orientierung“

Guber blickte auf die 43-jährige Zusammenarbeit von KEG und Hanns-Seidel-Stiftung zurück. Alle Zielsetzungen gingen zurück auf christliches Gedankengut. Gemeinsam wird festgestellt, dass junge Menschen durchaus ein Bedürfnis nach Orientierung haben. Nicht nur die Schule müsse diese Ziele verfolgen, sondern auch das Elternhaus und die Gesellschaft. Dr. Abt. Marianus Bieber erläuterte, dass das Thema hoch aktuell sei. Die Gesellschaft klage über Werte- und Glaubensverlust. Die Jugendlichen müssen auch Freiheitserfahrungen erlernen, um die richtige Einstellung zu den Werten zu bekommen. Die neue KEG-Landesvorsitzende Ursula Lay kritisierte, dass der heutige junge Mensch mit Facebook, Laptop, Fernseher, Computer, EMail und Chats lebe. Das Werteempfinden habe sich grundlegend geändert. Man müsse den Jugendlichen beibringen, wie sie mit all den neuen Sachen umzugehen haben. Dazu meinte sie: „Viel wichtiger als die reine Wertevermittlung ist aber das Vorleben von Werten.“ Die musikalische Umrahmung übernahmen  Johanna Halser (Hackbrett) und Johannes Geiss (Gitarre).

Vor 130 Zuhörern, darunter stellvertretender Landrat Josef Färber, MdL Bernd Sibler und Schulamtsdirektor Wilhelm Lindinger, Fritz Doering (Bezirksvorsitzender KEG Niederbayern) und Elfriede Heining (Leiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik Deggenau) hielt Landtagsabgeordneter Georg Eisenreich den Festvortrag zum Thema „Vermittlung von Kompetenzen und Werte – bildungspolitische Zielsetzung oder leere Worthülsen ?“. Bei der Bildungspolitik sprach Eisenreich die neuen Rahmenbedingungen an. Seit PISA steht die Bildung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses und der Diskussion. Auch mache sich durch die demographische Entwicklung in Teilen des ländlichen Raums eine sinkende Schülerzahl und ein Fachkräftemangel bemerkbar. Es seien die Anforderungen der Wirtschaft und Gesellschaft an die Schulen gestiegen. Hervorgehoben wurde, dass die Zahl an Familien, die mit Alltagsbewältigung, Erziehung und Bildung ihrer Kinder überfordert sind, steige. In der Schule spiegeln sich die Änderungen in der Gesellschaft und in den Familien wider. Es gäbe eine bundesweite, sehr emotionale und teilweise ideologische Schulstrukturdebatte. Damit werde nur erreicht, dass Zeit, Energie und Geld verschwendet werde. Eisenreich appellierte an den Ausbau der Frühförderung, die Verbesserung der Qualität des Unterrichts und der individuellen Förderung sowie den Ausbau der Ganztagsangebote.

„Wollen differenziertes Bildungssystem“

Kinder sind unterschiedlich, in ihren Begabungen, in ihrer Entwicklung, so Eisenreich. „Wir wollen in einem differenzierten Bildungssystem vielfältige Wege für diese vielfältigen Begabungen anbieten. Der Mensch fängt nicht erst mit dem Abitur an. Für uns ist die akademische und berufliche Bildung gleichwertig.“ Als Fazit erläuterte Eisenreich, dass für die CSU-Landtagsfraktion die Bildung ein Investitionsschwerpunkt sei und auch bleiben wird.

Sonja Lehner (Donau Anzeiger)

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