Katholische Erziehergemeinschaft (KEG)
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Schulleiter

Die Grenze ist erreicht!

Die bayerischen Schulleiter an Grund- und Hauptschulen bedanken sich für das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird. Ihnen - uns wird zugetraut, die dienstliche Beurteilung durchführen zu können und wir übernehmen die Aufgaben. 

Sicher werden wir es so gut wie möglich machen, ich kenne die Schulleiter. Wir werden es unserem Dienstherren und unseren Dienstvorgesetzten beweisen, dass wir auch Dinge können, für die wir nicht ausgebildet sind. Wir schaffen das schon! Die Frage nach der Professionalität bitte ich in den ersten Fällen, in den ersten Jahren noch zurückzustellen. Und wenn wir dann bewiesen haben, dass es möglich ist, warum sollte dann die Politik oder die Verwaltung Anrechnungen für eine Tätigkeit nachschicken, die auch ohne eine zusätzliche Erhöhung der Zeit für die Leitung einer Schule funktioniert hat? 

Zwei andere wichtige Fragen stellen sich allerdings: In welcher Zeit sollen wir das machen? Schulleiter in Grund und Hauptschulen haben nur eine minimale Ausstattung sowohl an Anrechnungsstunden - dadurch eine vergleichsweise hohe Belastung an Unterricht - bis zu 25 Stunden und eine unverhältnismäßig geringe Zuteilung von Zeiten der Verwaltungsangestellten. Eine sinnvolle Gestaltung der Vormittage (mit einer Viertel - Verwaltungs-angestellten / oft auch ohne Sekretärin - mit sehr hoher Unterrichtsverpflichtung, zunehmend mit Klassenführung) ist nicht möglich. Es ist nicht möglich! 

Welche Aufgaben und Tätigkeiten sollen wir dafür weglassen? Wenn Schulräte den Anteil, den sie für die dienstliche Beurteilung aufwenden mussten, mit etwa 15 - 20 % angesetzt haben, bedeutet die Übertragung der DB eine Erhöhung der Arbeitszeit für Schulleiter ohne irgendeinen Ausgleich. Ich mag gar nicht an die anderen Aufgaben und Tätigkeiten denken, die in den letzten Jahren stillschweigend nach "unten" verlagert oder verschoben wurden oder an die neuen Anforderungen, die z.B. das Einsammeln des Büchergeldes, durch Schulentwicklung allgemein, Evaluation - intern und extern - und viele andere Bereiche dazugekommen sind. 

Zur einer besonderen Belastung und einem ständigen Ärgernis - vorsichtig ausgedrückt - wird zunehmend der Umgang mit der extrem anfälligen, oft nicht funktionierenden, nicht kompatiblen EDV. Eine unerfreuliche Steigerung sind updates in buchstäblich letzter Minute, wenn die Arbeit schon abgeschlossen sein müsste, um den meist sehr eng gesteckten Termin zu halten! Es werden Abfragen gestartet, um Namen, Daten, Dienstbezeichnungen, Besoldungsgruppen und Unterrichtspflichtzeiten zum wiederholten Male zu erfassen. Äußerung der obersten Schulverwaltung, dass Schulleiter künftig sich selbst in Kernbereichen und Kernfächern einsetzen sollen, stellen dann die Krönung dar. Es scheint, als wisse man nicht mehr, wie Schulalltag, Schulleiteralltag aussieht. 

Wahrscheinlich sind wir Schulleiter aber auch selbst schuld daran, denn wir sind alle bemüht, deutlich zu machen, dass wir tüchtige Staatsdiener sind und dass wir die uns übertragenen Aufgaben auch bestens meistern. Allzu oft haben wir es erlebt, dass unsere Hinweise auf Probleme, dass Nachfragen und Schwierigkeiten als eigene Schwäche gedeutet wurden, die sich dann wieder negativ auf die Beurteilung auswirkten.  Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe es in jungen Jahren selbst erlebt!

Den Schulleitern kann niemand den Vorwurf machen, dass sie Arbeit blockieren, Tätigkeiten boykottieren, Aufgaben verweigern. Wenn das so wäre, dann würde heute schon der Schulbetrieb nicht mehr funktionieren. 

Es geht nicht mehr! Es geht wirklich nicht mehr! So geht es auf keinen Fall mehr! Alle Unterstützung ist notwendig, dass Schule wieder gut läuft, dass Schule eine gute Schule sein kann!

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Peter Freudenstein M.A.